... in eine sagenhafte Insel

Inzwischen war ich im Oktober 2017 für mehrere Tage wieder auf Poel... typisches Oktoberwetter mit Nebel, Regen und auch Sonnenschein... Mein Bett stand fast am Strand... also morgens raus und ganz allein den Morgen genießen und einfach loslaufen. Da die Busverbindungen auf der Insel besonders um diese Zeit manchmal für Verwirrungen sorgen und ich sowieso lieber zu Fuß unterwegs bin - man sieht mehr - war ich auf allen möglichen Wegen kreuz und quer unterwegs... und es war wunderschön. Vom Schwarzen Busch zum Poeler Hafen bis nach Niendorf, am Strand entlang bis nach Gollwitz oder nach Timmendorf oder auch kurz vorm Hafen abgebogen und nach Gollwitz marschiert. Und man entdeckt so manches... und wenn ihr mögt - hier sind ein paar Bilder.

Los geht es mit meinem Besuch im Jahr 2016 im September... viel Spaß beim Ansehen.

 

 

Mitte Oktober 2017... und jetzt fehlen mir noch der Frühling und der Winter :-)

Sagen von der Insel Poel

Poeler Sagen auf Hochdeutsch und Plattdeutsch erzählt... von Späukers, Lücht un Bullerjahns

 

Der Förderverein des Heimatmuseums der Inse Poel e.V. hat in einem Heft unter Beteiligung mehrerer Poeler Einwohner und begeisteter Heimatforscher, ergänzt mit wunderschönen Aquarellen des Malers Joachim Rozal, diese sehens- und lesenswerte Broschüre heraus gegeben. 

 

Insgesamt 37 Sagen umfasst dieses Heft... spannend und interessant - ein Einblick in Erklärungsversuche von unerklärlichen Vorgangen in der Natur oder im Miteinander der Menschen auf dieser Insel. 

 

Die Poeler Sagenroute

 

Inselmuseum Poel

 

Drei dieser Sagen möchte ich hier auf hochdeutsch wiedergeben... Vielleicht macht das Lesen ja Lust auf mehr oder überhaupt auf einen Besuch auf der Insel... 

 

Die Fotos dazu sind nicht aus dem Sagenbüchlein, sondern bei meinen Wanderungen entstanden.

Ein kopfloser Schimmel spukt

 

Wer früher mit dem Pferdefuhrwerk über die Schäferdrift von Kaltenhof nach Vorwerk fahren wollte und es war Nacht, der war nie vor Überraschungen sicher. Kam er um Mitter-nacht am Kreuzweg an, lief plötzlich vor den Pferden ein Schimmel ohne Kopf. Zusehen war nur sein Hinterteil, hören konnte man ihn nicht. Einen kurzen Augenblick sah es so aus, als sei ein drittes Pferd vor dem Wagen gespannt. In Höhe des Birnenbaumes (stand ca. 200 m von der Kreuzung mit dem Gollwitzer Weg am "Melkweg" in Richtung Vorwerk) war der Schimmel dann wieder verschwunden. Gleich darauf waren aber alle Stränge des Fuhrwerks los.

 

Gleiches wurde von anderen Kutschern erzählt, egal aus welcher Richtung sie des Nachts am Kreuzweg ankamen.

Der boshafte Riese auf Poel

 

Einstmals lebte auf der Insel Poel ein beson-ders boshafter Riese. Als er eines Tages bemerke, wie sich auf der anderen Seite des Wassers ein neuer Kirchturm erhob, wurde er so böse, dass er ihn gleich zertrümmern wollte.

Die Riesen sahen es nämlich nicht gern, wenn etwas größer war als sie. Der Riese suchte sich einen stattlichen Findling, nahm einen langen Anlauf von Timmendorf zum Strand hinunter und schleuderte den Stein in hohem Bogen über die Bucht. Der Riesenstein flog aber nicht weit genug und klatschte am Redewischer Ufer ins Wasser, wo er noch heute liegt.

An jener Stelle aber, wo der Riese am Ufer nochmals kräftig aufgetreten ist und die sich dann gleich mit Wasser füllte, liegt heute der Timmendorfer Hafen.

Wie der Schwarze Busch zu seinem Namen kam

 

Früher war die ganze Insel Poel mit Wald bewachsen. Der größte Teil des Waldes gehörte einem reichen Mann.

Nun kam der liebe Gott einmal auf die Erde, um zu prüfen, wer von den Inselbewohnern in den Himmel sollte und wer in die Hölle musste.

Er ging zunächst zu dem Reichen und bat um Nahrung und Nachlager. Der aber schickte ihn mit groben Worten sofort davon. Da ging er zu dem armen Mann. Der gab ihm ein Nachtlager und teile sein bisschen Brot mit ihm. Am nächsten Morgen war der liebe Gott natürlich wieder verschwunden. Aber zwei Tage später schlug der Blitz in den Wald des reichen Mannes. Der ganze Wald brannte ab, nur das kleine Stück des armen Mannes blieb stehen. Die Bäume ringsherum waren alle verkohlt und deshalb nannte man das Waldstück den "Schwarzen Busch".

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